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Pumpensumpf im Parkhaus Sedelhöfe – abgesaugt im dritten Untergeschoss

Injektionsharz in den Grundleitungen, ausgefallene Pumpen, 2,10 Meter Durchfahrtshöhe: ein Einsatz mitten in der Ulmer Innenstadt – und was Betreiber daraus mitnehmen können.

Einsatzbericht · Von Sebastian Abt · · Lesezeit ca. 5 Min.

Ein Parkhaus mitten in der Ulmer Innenstadt, drei Untergeschosse tief. Ganz unten sitzt der Pumpensumpf, der alles aufnimmt, was im Gebäude nach unten läuft – und er wurde nicht mehr leer. Die Pumpen hatten den Dienst eingestellt. Was sie lahmgelegt hatte, stammte nicht aus dem Parkbetrieb, sondern aus einer Abdichtung, die das Gebäude trocken halten sollte.

ObjektParkhaus Sedelhöfe, Ulm
AufgabePumpensumpf absaugen – Schlamm und Reste von Injektionsharz
AnlassDie Entwässerungspumpen waren ausgefallen
TechnikVakuum-Sauganhänger mit 20 Metern Saugschlauch
Zugang2,10 m Durchfahrtshöhe, Einsatzort im dritten Untergeschoss
Dauer2 Stunden

Warum in einem Parkhaus so viel Wasser anfällt

Wasser kommt dort von zwei Seiten. Von oben bringen es die Fahrzeuge mit: Regen, Schnee und im Winter Streusalz tropfen auf dem Parkdeck ab und laufen über die Bodenabläufe in die Grundleitungen. Von unten drückt das Grundwasser der Donau gegen die Bodenplatte – in der Ulmer Innenstadt steht es hoch.

Genau das war der Ausgangspunkt: Die Bodenplatte war feucht. Sie sollte gegen das drückende Grundwasser abgedichtet werden.

Wie das Injektionsharz in die Grundleitungen kam

Eine Bodenplatte dichtet man von innen durch Verpressen ab: Über Bohrungen wird Injektionsharz unter Druck in den Beton gedrückt, es füllt Risse und Hohlräume und härtet darin aus. Bei diesen Arbeiten gelangte Harz in die Entwässerung der Garage – in sämtliche Grundleitungen.

Ausgehärtetes Injektionsharz lässt sich nicht wegspülen. Es sitzt fest auf der Rohrwand, und je länger es liegt, desto fester. Wir haben es mit Wasserhöchstdruck aus den Leitungen herausgefräst, über die gesamte Länge. Wie dieses Verfahren arbeitet und wo sonst noch Fremdstoffe in Rohren landen, beschreiben wir ausführlich auf unserer Seite beton-aus-rohr-entfernen.de.

Warum danach die Pumpen ausfielen

Was beim Fräsen gelöst wird, verschwindet nicht. Es wandert mit dem Wasser dorthin, wo alles hinwandert: in den Pumpensumpf im untersten Geschoss. Dort setzt es sich ab und mischt sich mit dem Schlamm, der sich ohnehin sammelt.

Wir haben damals empfohlen, die Pumpen für die Dauer der Arbeiten auszubauen oder ihnen einen Filter vorzuschalten. Später fielen sie aus. Das ist keine Besonderheit dieses Objekts, sondern der Normalfall: Eine Schmutzwasserpumpe ist für Wasser mit Schwebstoffen gebaut. Harzbrocken sind etwas anderes – das Laufrad bekommt sie nicht klein, und die Gleitringdichtung nimmt sie übel.

Wenn die Pumpen stehen, steigt der Pegel. Und in einem Parkhaus steigt er dort, wo die teuersten Stellplätze liegen: ganz unten.

Der Einsatz: 2,10 Meter, drittes Untergeschoss, zwei Stunden

Der Sumpf musste leer, bevor an den Pumpen gearbeitet werden konnte. Und hier entscheidet sich im Parkhaus regelmäßig, wer den Auftrag überhaupt ausführen kann: an der Höhenbegrenzung über der Einfahrt. Ein Saugfahrzeug wäre dort stehen geblieben. Das ist keine Kleinigkeit – die Alternative wäre gewesen, über Schläuche von der Straße aus drei Geschosse tief zu arbeiten.

Unser Gespann braucht 2,10 Meter, und genau so viel gab die Einfahrt her. Der Vakuum-Sauganhänger fährt die Rampe hinunter wie ein normaler PKW. Wir sind mit dem Saugfass bis ins dritte Untergeschoss gefahren und haben von dort aus mit 20 Metern Saugschlauch gearbeitet.

Schlamm und Harzreste kamen zusammen heraus. Nach zwei Stunden war der Pumpensumpf leer und die Anlage wieder zugänglich. Das Absaugen selbst ist der unspektakulärste Teil des ganzen Vorgangs – vorausgesetzt, man kommt hin.

Die Bilder auf dieser Seite stammen aus diesem Parkhaus, aufgenommen während der Arbeiten. Das Kennzeichen am Anhänger haben wir unkenntlich gemacht – sonst ist an den Aufnahmen nichts verändert.

Was Betreiber daraus mitnehmen können

Vier Punkte, die sich auf jedes Parkhaus und jede Tiefgarage übertragen lassen:

  • Vor Arbeiten am Bauwerk die Entwässerung schützen. Verpressen, Bohren, Betonsanierung, Estricharbeiten – alles, was aushärtet, kann in die Leitung gelangen. Pumpen ausbauen oder einen Filter vorschalten kostet einen Bruchteil dessen, was ein Pumpentausch kostet.
  • Der Pumpensumpf ist der tiefste Punkt des Gebäudes. Was immer im Haus passiert, endet dort. Er ist deshalb auch die ehrlichste Kontrollstelle: Was sich in ihm absetzt, sagt etwas darüber, was weiter oben los ist.
  • Die Durchfahrtshöhe gehört in die erste Frage. Die Zahl steht an Ihrer Einfahrt. Wer sie am Telefon nennt, weiß in einer Sekunde, ob der Dienstleister hineinkommt – statt es an der Schranke herauszufinden.
  • Turnus schlägt Notfall. Ein Pumpensumpf meldet sich nicht. Er meldet sich erst, wenn er voll ist – und dann meist zur Unzeit.

Wie wir Pumpensümpfe, Schächte und Abscheider leeren, steht auf der Seite zu den Saugarbeiten. Für Objekte mit festem Turnus übernehmen wir das für Hausverwaltungen und Geschäftskunden auf Abruf.

Aufnahmen aus dem Parkhaus

Geöffneter Pumpensumpf in einem Parkhaus: zwei Tauchpumpen hängen dick verkrustet an ihren Führungsketten
Der geöffnete Pumpensumpf im untersten Geschoss. Die Pumpen hängen an den Führungsketten – überzogen von Ablagerungen.
Nahaufnahme herausgefräster Injektionsharzbrocken, bernsteinfarben, vermischt mit Feinmaterial
Herausgefrästes Injektionsharz aus der Grundleitung: bernsteinfarbene Brocken, vermischt mit Sand und Feinmaterial.

Kurz beantwortet

Wie oft muss ein Pumpensumpf in der Tiefgarage geleert werden?

Ein fester Wert lässt sich nicht nennen – er hängt an der Zahl der Stellplätze, an der Rampe und daran, wie viel Wasser die Fahrzeuge hereintragen. Eine viel befahrene Innenstadtgarage sammelt im Winter deutlich mehr als eine Wohnanlage mit zwölf Stellplätzen. Praktikabel ist ein fester Turnus statt eines Kalenderwerts: einmal geleert, sehen wir am Inhalt, wann der nächste Termin sinnvoll ist.

Kommen Sie mit Ihrer Technik in jede Tiefgarage?

Sofern die Höhenbegrenzung mindestens 2,10 m zulässt, ja – so viel braucht unser Gespann aus Fahrzeug und Vakuum-Sauganhänger. Im Parkhaus Sedelhöfe waren es genau 2,10 m, und wir sind bis ins dritte Untergeschoss gefahren. Die Zahl steht an Ihrer Einfahrt; nennen Sie sie uns am Telefon, dann ist die Frage vorab geklärt.

Muss das Parkhaus dafür gesperrt werden?

In der Regel nicht. Wir brauchen den Stellplatz am Schacht und einen Weg für den Saugschlauch – nicht die ganze Garage. Welche Plätze frei sein müssen, stimmen wir vorab mit Betreiber oder Verwaltung ab, damit niemand umparken muss, der nicht muss.

Lässt sich ausgehärtetes Injektionsharz aus einer Leitung entfernen?

Ja, aber nicht durch Spülen. Ausgehärtetes Harz haftet fest auf der Rohrwand und muss mechanisch gelöst werden – mit Wasserhöchstdruck oder einem Fräsroboter. Wichtig ist, was danach kommt: Das gelöste Material wandert mit dem Wasser weiter und setzt sich am tiefsten Punkt ab. Wer nur fräst und den Pumpensumpf vergisst, verlegt das Problem nur.

Was passiert mit dem abgesaugten Material?

Wir entsorgen Schlämme, Fette und Abwässer fachgerecht über zugelassene Entsorgungswege. Für Betreiber und Verwaltungen stellen wir auf Wunsch die entsprechenden Nachweise aus.

Wie schnell sind Sie da, wenn die Pumpen bereits stehen?

Unser Notruf ist rund um die Uhr besetzt, auch am Wochenende. Eine realistische Ankunftszeit nennen wir Ihnen am Telefon – keine Pauschalversprechen. Hilfreich ist, wenn Sie gleich sagen können, wie hoch die Einfahrt ist und in welchem Geschoss der Sumpf liegt.

Pumpensumpf, Schacht oder Abscheider zu leeren?
Auch dort, wo der Saugwagen nicht hinkommt.

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